„Uns geht's ja noch gold“

Das Rostocker digitale Tagebuch

Tag 3 im HomeOffice

Aufstehen, frühstücken, sich an den PC setzen, um Aufgaben zu erledigen, zwischendurch etwas essen, mit den Freundinnen whatsappen, weitere Aufgaben erledigen, den Haushalt meistern, Abendessen kochen und schlafen gehen.

Das ist mein momentaner Alltag. Jeden Tag eigentlich das gleiche. Soziale Kontakte werden weitestgehend unterbunden, die Familie habe ich schon seit einigen Monaten nicht mehr richtig sehen können. Ich freue mich, wenn der Kühlschrank etwas leerer wird und man einmal raus kann, um einkaufen zu gehen. Wenigstens einmal in der Woche etwas anderes sehen zu können als die eigenen vier Wände und den Partner. Durch diese Quarantäne-Zeit ist mir einiges klar geworden: ich könnte nie nur zuhause sitzen, nie nicht arbeiten und vor allem nie für längere Zeit auf Freunde und Familie verzichten. Klar, man versucht ja das Beste aus der ganzen Situation zu machen und man weiß auch, dass dieser Zustand nicht „für immer“ ist, doch schon nach drei Tagen im HomeOffice habe ich genug von der ganzen Sache. Ich bin froh bis vor kurzem noch das Privileg genossen zu haben, arbeiten gehen zu dürfen, doch der Praxisturnus ist nun beendet. Schon jetzt sehne ich mich nach der Arbeit im Krankenhaus zurück, ich sehne mich nach der Berufsschule, den sinnlosen Gesprächen mit den Freundinnen in der Pause, dem eigenen Autokonzert auf den Wegen zur Schule, zur Arbeit, zu den Freunden oder der Familie. Hoffentlich hat dies bald ein Ende.

Eine Kooperationsarbeit des Literaturhaus Rostock e.V mit dem Kempowski Archiv Rostock e.V.