„Uns geht's ja noch gold“

Das Rostocker digitale Tagebuch

Aufstieg und Untergang der Insel Mahabaty (Auszug)

Die Obdachlosen Karl, Ludwig und Herbert aus Rostock sowie Gesa haben die Nase voll. Sie verlassen ihre Heimat und suchen auf der Südsee-Insel Mahabaty ihr Glück.

Gesa
Wir wollen starten in eine bessere Zukunft. Weg aus der Ungewissheit. Weg aus der Unzufriedenheit. Mahabaty – unser Inselreich. Jedem seine Chance. Jedem sein Recht. Jeder darf das machen, was ihm gefällt. Zufriedenheit heißt die Devise. Keine Bevormundung. Der Staat gibt dir, was du brauchst.
ruft laut Neue Chancen braucht das Land.

Darum auf nach Mahabaty
Auf zur nächsten Party
Unsre Sachen eilig raffen
Um an Land zu paffen.

Wollen für uns schaffen
Etwas Neues, Hübsches, Großes
Dort, wo viel los ist.

Frieden soll es geben
Sinn und Glück im Streben
Frieden soll es geben
Freiheit unser Sehnen.

Kampf und Arbeit sind zu mühsam
Hinweg der alte Kram
Hoch nach oben, vorwärts nimmer
Machen es nur schlimmer.

Wollen für uns bauen
Etwas Neues, Hübsches, Großes
Dort, wo viel los ist.

Lasst Liebe ringsum scheinen
Kein Aug, kein Herz zum Weinen
Schmerz und Trauer nie hervor
Honigmond am Himmelstor.
Die Erde heut und ewiglich
Heimat für uns alle ist.
Ringsum singt und blüht der Wald
Vielfach und mit Urgewalt.
Wollen für uns pflanzen
Etwas Neues, Hübsches, Großes
Dort, wo viel los ist.

Alle im Chor:

Auf zum Freiheitsstaat.
Auf nach Mahabaty!
Ab der Schmutz von einst
Wollen nur noch lustig sein
Scherze jagen viel und dreist
Allen Ärger hinterdrein
Einsam nie, zur Lust hinein.

Zurück der Frust, der feige Ernst
Zurück der Heimat Rosenkrieg
Eintracht, Ruhe für uns alle
Freudig an dem Wasserfalle
Haltet fest die Becher alle
Durstig wie zum Maskenballe
Nie mehr hoch uns kommt die Galle.

 

Aus:
Aufstieg und Untergang der Insel Mahabaty
Ein Südsee-Drama mit Liedern

Eine Kooperationsarbeit des Literaturhaus Rostock e.V mit dem Kempowski Archiv Rostock e.V.