„Uns geht's ja noch gold“

Das Rostocker digitale Tagebuch

First World Problems

Sommerurlaub abgesagt. Ferien im Garten.
Klamotten online bestellen, die Post hat Lieferschwierigkeiten, Lieblingsnudeln ausverkauft, musst du halt die teuren nehmen, Datenvolumen aufgebraucht, Quaratänezeit nur online verbracht, Boutique geschlossen, kein neues Outfit für die Arbeit. Auf dem Balkon die Sonne genießen, Nachbarskinder nerven. Kein Grillabend mit Freunden, konntet nur gemeinsam facetimen. Friseur hat dicht gemacht, musstest selber Farbe kaufen. Nur noch 3 Rollen Toilettenpapier da, kannst erst nächste Woche neues kaufen. Kontaktverbot zu den Großeltern, nutz dein Handy zum Telefonieren. Kino und Vergnügungsparks dicht gemacht, geh in den heimischen Wald. Genügend Freizeit, mach was gegen die Langeweile:
miste deinen Keller aus oder häng endlich die schönen Bilderrahmen auf.

Und doch geht das Leben weiter. Es sind Kleinigkeiten, die uns in Zeiten einer Pandemie aufregen, nerven und auf die man eben doch verzichten kann.
Warum nutzen wir die Zeit nicht für Gartenarbeit, Urlaub in der Heimat, Aus-Alt-Mach-Neu und kram deine alten Klamotten aus dem Schrank, ganz neue Kochrezepte mit anderen Nudeln ;), ließ ein gutes Buch, bastel, schreib Briefe an längst vergessene Freunde, verschicke Gutscheine für ‘danach’ und lade zum Essen ein, dann hast du halt das Outfit von vor 3 Wochen an und die Haare bräuchten auch mal wieder einen frischen Schnitt. Aber glaub mir, davon geht die Welt nicht unter – sie dreht sich weiter und um sie zu retten, können wir mit Sicherheit auf unsere ‘Probleme’ verzichten.
Es kommt die Zeit, da sind die Feste schöner, die Musik lauter, das Essen schmeckt umso besser, die Umarmungen sind herzlicher und die Tage länger. Bleibt zu Hause, bleibt gesund.

Eine Kooperationsarbeit des Literaturhaus Rostock e.V mit dem Kempowski Archiv Rostock e.V.